Kleine Papierkunde (1): Die Papier-Laufrichtung

Die Papierlaufrichtung

Wenn ein Papier hergestellt wird, so geschieht das in einem Sieb. Dort setzen sich die Cellulose-Fasern am Boden ab und das Wasser fließt ab.

Die am Boden befindlichen Fasern verfilzen sich nun zum Papier. Hierbei ordnen sich sie kleinen Cellulose-Fäden zumeist längs des Siebes, also ungefähr parallel zu dessen langen Seiten. Daraus resultiert eine Laufrichtung des Papiers, quasi eine Haupt-Faser-Richtung.

Auswirkungen

Bei einem Druckerzeignis aus Papier muss der Gestalter stets auch die Laufrichtung des Bogens im Auge haben, da die verschiedenen Seiten des Papiers verschiedene Eigenschaften besitzen.
Faltet man einen Bogen längs zur Laufrichtung, so bleibt der Knick geschmeidig (1). Faltet man allerdings quer zur Papierlaufrichtung, so kann es zu einem Bruch kommen.

Wenn Papier feucht oder älter wird und nicht mehr in einem verpackten Block gelagert wird, kann es zum Wellen des Papiers kommen. Dies geschieht immer längs zur Laufrichtung. so ist bei Kartei- oder Postkarten beispielsweise darauf zu achten, dass die Laufrichtung entlang der kurzen Seiten kommt. So kann weniger Zug auf die Karte ausgeübt werden als andersherum - sie bleibt länger gerade! (2)

Papier

In welche Richtung läuft das Papier?

Um herauszufinden, in welche Richtung das Papier läuft, gibt es vielerlei Verfahren. Zum einen kann man am Papier lecken. Wellt es sich stark, ist man auf der Seite der Laufrichtung. Dreht es sich nur leicht ein, ist man auf der Gegenseite.
Eine andere Möglichkeit besteht im Reißen des Papiers. Reißt es gerade, so ist man in Laufrichtung, reißt es ungenau, dann ist das die Querseite.