Kleine Papierkunde (2): Wie man Papiere voneinander unterscheidet

Um qualifiziert über Papier reden zu können, darf man sich dem Fachvokabular nicht verweigern. Spricht man also über die Qualitäten des ein oder anderen Produkts, so beurteilt man fünf Kriterien:

Grammatur - Die Grammatur ist das Gewicht des Papiers. Genannt wird hierbei das gewicht eines DIN A0-Bogens, der die Oberflächengröße von genau einem Quadratmeter hat. Sehr leichte Image-Papiere, die man meist für Briefbögen verwendet, liegen etwa bei 60-70 g. Normal gewichtige Papiere fühlen sich bei 80 bis 120 g wohl. Relativ schwere Papiere, die für Geschäftskarten, Mappen etc. verwandt werden, fangen bei ca. 150 g an und können gar bis 400g wiegen. Diese Papiere bezeicnet man dann allerdings schon als Karton.

Farbe - Die Farbdifferenzierung eines Imagepapiers geschieht in sehr feinen Nuancen. unternschiede sind oft nur beim  Nebeneinanderlegen festzustellen. Deshalb gibt es auch hier ein ganzes Arsenal an Adjektiven, die die eine Beschreibung ermöglichen. Eigentlich kann man sich merken, dass der Hauptunterschied hierbei der ist, ob es sich bei der Farbe um eine warme, eine neutral weiße oder eine kühle Qualität geht. Eine Mischung aus kühl und warm stellen auch Papiere dar, die mehr ins grünliche gefärbt sind. Warme Farben sind etwa: Elfenbein, Champagne, Weißdorn. Neutrale Fraben: Pure, Zartweiß, Battiste. Kühle Fraben: Arctic, Polar, Gletscher. Die Farbbezeichnungen sind meist Image-Bezeichnungen der Hersteller, um dem Papier mehr Identität zu geben.

Volumen - Ein Papier kan sehr wohl leichter sein als ein anderes, dafür aber wesentlich dicker. Dann spricht man meist über ein Volumenpapier. Volumenpapiere werden eingesetzt, um ein Durchscheinen der Seite davor zu verhindern - das meist bei Broschüren, mehr noch aber bei Büchern - oder aber, um Gewicht zu sparen, beispielsweise, wenn es im Direktmarketing um Portofragen geht. Gemessen wird die Dicke eines Papiers mit einer Art Mikrometer.

Opazität
- Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt, nämlich der Opazität, also der Un-Durchsichtigkeit. Ist ein Papier leicht zu durchschauen, dann spricht man von einer niedrigen Opazität, sieht man fast gar nichts von dem, was unter dem Papier liegt, nennt man es opak.

Haptik/Struktur - Um einem Papier eine bestimmte Haptik, also Berührungsqualität zu verleihen, kennt die Papierherstellung vielerlei Methoden. Zu vorderst muss man hier die Feinmaschigkeit des zur Herstellung verwendeten Siebes nennen. Bei im Handel erhältlichen Büttenpapieren kann man meist sehr deutlich das Siebmuster erkennen. Weiterhin kann man das Papier durch verschiedene Walzen oder Kalander schicken. Hier erhält es dann seine letztendliche Oberflächenstruktur. Ein letztes Mittel zur Beeinflussung der Haptik bilden die verschiedenen Möglichkeiten der Beschichtung und Streichung von Papieren.
Am Ende ergeben sich Oberflächen, die Muster haben, die sich seidig anfühlen, die grob sind oder geriffelt, flauschig oder glatt.

Wer wissen möchte, was die Papierlaufrichtung ist, wofür sie wichtig ist und wie man herausfindet in welcher Richtung sie unterwegs ist, der sollte auf den vorherigen Beitrag nicht verzichten. Im nächsten Beitrag erzähle ich Euch, wofür man welches Papier gebraucht.